Wie wird die Nachfolge in einem Familienunternehmen geregelt?

Der größte Wunsch eines jeden Unternehmers ist es, dass das eigene aufgebaute Lebenswerk von dem eigenen Kind oder dem engen Verwandten weitergeführt wird. Im Idealfall ist der prädestinierte Nachfolger bereits seit dem Kindesalter im Betrieb verwurzelt, hat tatkräftig an der Entwicklung des Unternehmens mitgeholfen und konnte bereits viel von seinem Vorgänger lernen.

Dieser Idealzustand ist aber nicht immer anzutreffen und ist gibt einiges Konfliktpotential. Zum einen gibt es häufig den natürlichen Brandherd, wenn der Sprössling beispielsweise versucht neue Wege zu gehen, die dem Familienoberhaupt nicht gefallen. „So haben wir das noch nie gemacht.“, ist ein Satz der immer wieder fällt. Des Weiteren hat das Familienmitglied nicht unbedingt immer die gleichen Qualifikationen und Voraussetzungen wie der Vorgänger – sei es aus fachlicher oder aus persönlicher Sicht. Der Nachfolger wird dann eher in die Position wiederwillig hineingedrückt, um die Familie nicht zu enttäuschen. Daraus entstehen dann Konflikte, wenn die Beteiligten unzufrieden sind und dass Unternehmen den Bach runtergeht.

Nicht zu unterschätzen ist die Frage nach dem Geld: Wie viel bekommt denn Familienmitglied überhaupt? „Eigentlich muss er sich das erstmal verdienen, viel Geld zu bekommen. Ich habe ja auch nichts zu verschenken“, ist eine häufige Aussage. Wenn es keine klare Regelung gibt, fühlt sich der Nachfolger oft nicht wertgeschätzt und unmotiviert, wenn dieser für seine Mühen und die neue Aufgabe nicht entsprechend entlohnt wird.

Unsere Empfehlung für eine erfolgreiche Nachfolge durch ein Familienmitglied

Es muss im Vorfeld der Familiennachfolge neben den finanziellen Aspekten schriftlich geklärt werden, inwieweit der Vorgänger noch am Unternehmensalltag teilnehmen und Entscheidungen mittreffen möchte bzw. wie viel Eingriffe der Nachfolger in das Unternehmen akzeptiert. Des Weiteren ist es wichtig, dem Nachfolger genügend Zeit zu gewähren fachlich und persönlich in die Position und die damit verbundene Verantwortung hineinzuwachsen. Eine frühzeitige Planung einer familieninternen Übergabe ist daher essentiell, um die oben beschriebenen Konfliktpotentiale zu umgehen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.